Lerntherapie bei lesen · schreiben · rechnen - Bernd Peters - Schüler- und Lernförderung
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Lern­thera­pie zur Rechen­för­de­rung (Dys­kal­ku­lie­the­ra­pie)
Bei rechen­schwa­chen Kin­dern sind fol­gen­de Beob­ach­tungen typisch:

Dyskalkulie

  • Üben hilft nicht, am näch­sten Tag ist alles ver­ges­sen
  • Das Kind rech­net zäh­lend, typi­sche Feh­ler um +1 und -1
  • Die Finger werden über die 1. Klasse hinaus offen oder ver­steckt als Zähl­hilfe ver­wendet
  • Haus­auf­gaben dauern extrem lange
  • Eine Ver­bin­dung zwischen Zahl und Menge wird nicht her­ge­stellt (Zahlen werden als aus­wen­dig zu lernen­de Wort­reihe ver­stan­den)
  • Die Rechen­rich­tung (+, -) wird ver­tauscht
  • Kein Ver­trauen in das eigene Erge­bnis („stimmt das ?“)
  • Es ent­wickelt sich keine Vor­stel­lung zur ‚Mächtig­keit‘ einer Zahl
  • Platz­halter­auf­gaben gelingen nicht (3+? = 9; Ende 1. Klasse)
  • Zahl­raum­erwei­terung gelingt nicht
  • Zehner Über- und Unter­schrei­tung gelin­gen nicht (ab 2. Klasse)
  • Der Umgang mit Maß­ein­hei­ten fällt sehr schwer
  • Schätzen und Über­schla­gen blei­ben im Kern unver­stan­den (ab Ende Klasse 2)
  • Analo­gien können nicht gebil­det werden
  • Rechen­vor­teile werden nicht erkannt
  • Das Stellen­wert­system wird nicht ver­standen
  • Häufige Zahlen­dreher
  • Es fällt dem Kind extrem schwer, über den Rechen­vor­gang zu spre­chen
  • Multi­pli­kation und Divi­sion bleiben als Opera­toren unver­standen
  • Schrift­liches Addie­ren und Sub­tra­hieren wird zählend gelöst (dadurch ent­steht oft ein kurzes Zwischen­hoch in den Lei­stun­gen)
  • Mathe wird zum ‚Angst­fach‘ und wirkt sich auch auf die Leis­tun­gen anderer Fächer nega­tiv aus, bis hin zu extre­mer Schul­un­lust und Schul­ver­wei­gerung
  • Merk­schwä­chen („das 1x1 will ein­fach nicht im Kopf blei­ben“)
  • Proble­me der Auf­merk­sam­keits­steue­rung (geringe Kon­zen­tra­tions­spanne)
  • Sach­auf­ga­ben kön­nen nicht ge­löst werden, Auf­ga­ben nicht in Rechen­ge­schich­ten ver­wan­delt werden

Dys­kal­ku­lie­the­ra­pie

Wenn einige dieser Punkte für Ihr Kind zutreffen, kann auch ein metho­di­sches Prob­lem vor­liegen, dann kann die lern­thera­peu­tisch beglei­tete Nach­hilfe für Ihr Kind die wirk­same Unter­stüt­zung dar­stel­len. Wenn aber Haus­auf­gaben ewig dauern und Sie das Gefühl haben, alles bereits mehr­fach er­klärt zu haben und das viele Üben Ihre Situa­tion eher ver­schlim­mert und Ihr Kind bereits an seinen Fähig­keiten zwei­felt, dann ist die Lern­thera­pie zur Rechen­för­derung die richtige Unter­stüt­zung für Ihr Kind und Ihre Fami­lie.

Die Prog­no­sen zur Über­win­dung der Schwierig­keiten sind gut, wenn die För­de­rung an der Lern­aus­gangs­lage beginnt.

Bitte rufen Sie uns an, denn bereits im ersten kosten­losen tele­foni­schen Bera­tungs­ge­spräch lässt sich klären, welche Möglich­keiten der Hilfe es gibt und welche Unter­stüt­zung zu Ihrem Kind passt.

Damit die Kinder ge­stärkt werden, be­ginnt die Dyskalkulie­thera­pie bei uns immer an der Lern­aus­gangs­lage. Diese liegt regel­mäßig nicht im Bereich des aktu­ellen Schul­stoffs. Mit standar­di­sierten und infor­mellen, auf aktu­ellen wissen­schaft­lichen Erkennt­nissen beruhen­den Test­ver­fahren finden wir her­aus, auf welcher Stufe des Zahl­ver­stehens und mathe­ma­tischen Denkens Ihr Kind steht und welcher metho­di­sche Ansatz zu Ihrem Kind passt. Die Ergeb­nisse der Tests und das wei­tere Vorge­hen werden mit Ihnen be­sprochen. Nicht selten empfeh­len wir zur wei­teren Abklä­rung auch den Besuch von wei­teren Spezia­listen. Zum Bei­spiel: Pädaudio­logen (speziali­sierte Ohren­ärzte), Kinder- und Jugend­psycho­logen und Kinder­neuro­logen sowie Logo­päden, Ergo­thera­peuten, Psycho­motoriker, Augen­ärzte, Orthop­tisten und Visual­trainer. Wir bespre­chen mit Ihnen die Befun­de und das weitere Vor­gehen. Auch bereits vorhan­dene Gutach­ten berück­sich­tigen wir in der wei­te­ren Pla­nung und Durch­füh­rung der Lern­therapie.

Da die Dyskalkulie­therapie an der Lern­aus­gangs­lage oder Null­fehler­grenze beginnt, werden das Kind gestärkt und Erfolgs­er­leb­nisse ver­mittelt, die es in der Schule im ak­tuellen Stoff nicht hat.

Bei der Rechen­för­derung ist es beson­ders wich­tig, die Rechen­pro­zesse zu beob­achten. Denn gerade im Zahlen­raum bis 100 können viele Kinder durch eine Kom­bi­nation aus ‚Esels­brü­cken‘ und rein zählen­dem Vor­ge­hen zu rich­ti­gen Ergeb­nis­sen kommen. Die zugrunde­lie­genden Rechen­pro­zesse sind aber weder mathe­ma­tisch trag­fähig noch über­trag­bar in den nächst grö­ßeren Zahlen­raum. Im Laufe der Lern­therapie werden die Kinder gestärkt. Sie werden wieder belast­barer und können gegen Ende der För­de­rung regel­mäßig wieder angst­frei und erfolg­reich dem Mathe­ma­tik­un­ter­richt folgen.

Diese Erfolge setzen eine wohl­wollende, ver­trauens­volle Zusammen­arbeit voraus. Die Verbes­serung der Lern­si­tuation stellt sich nicht trotz der Arbeit an der Null­fehler­grenze ein, sondern weil wir den aktu­ellen Stoff zunächst aus­blenden. Im Unter­schied zum Schul­unterr­icht nimmt die Lern­therapie die Lern­geschwindig­keit Ihres Kindes auf. Deshalb gelingt es, ein trag­fähiges Fun­da­ment für die Zahl­raum­er­wei­terung zu ent­wickeln. Dabei ver­suchen wir aus­gehend von Kenntnis­stand des Kindes ökono­mische, transfer­fähige Rechen­strate­gien und Mengen­vor­stel­lungen zu ent­wickeln. Die För­de­rung kann je nach Er­ge­bnis der Lern­stands­diag­nose mit Themen des Zahlen­vor­wissens wie Figur­grund­wahr­nehmung, Klassifi­zierungs­fähig­keit oder dem rich­tigen Ge­brauch der Prä­posi­tionen be­ginnen. Die Ver­mitt­lung des mathe­ma­tischen Vor- und Basis­wissens ist Grund­lage für die Ent­wicklung belast­barer mathe­ma­tischer Vor­stel­lungen im Zahlen­raum bis 10/20 und 100. Erst dann gelingt es meist zügig, auch den größeren Zahlen­raum zu er­schließen und sich dem aktu­ellen Schul­stoff anzu­nähern.

Exkurs:
Die Begriffe Dyskal­kulie, Dys­numerie und Rechen­störung werden oft synonym ver­wendet und von der weniger schweren Form der Rechen­schwäche unter­schie­den. Wichtig ist, dass diese Pro­ble­me nicht von der Intelli­genz ab­hängig sind und das mathe­ma­tische Unver­mögen nicht mit Faul­heit erklär­bar ist. Im Gegen­teil, der Teufels­kreis Lern­störung wird durch ver­mehr­tes Üben un­ver­stan­dener Inhal­te ver­schlimmert.

Die genaue Ab­gren­zung und Defi­nition ist eine eher akade­misch-medizi­nische Frage, die für die Unter­stüt­zung Ihres Kindes wenig hilf­reich ist und zur Stig­ma­ti­sie­rung bei­tra­gen kann. Denn die mit großem Auf­wand be­trie­bene medi­zinisch-psycho­logische Klassifi­kation der Pro­bl­eme Ihres Kindes gibt wenig Aus­kunft über die För­der­mög­lich­keiten. (Den­noch erwar­ten einige Schulen, zur Gewäh­rung von Unter­stützungs­maß­nahmen nach dem ‚LRS-Erlass‘, der auch für Rechen­stö­rungen anzu­wen­den ist, und die Jugend­ämter zur Ge­währung von Hil­fen nach dem Kinder- und Jugend­hilfe­gesetz, eine solche Diagnose). Auch sei hier darauf ver­wiesen, dass Jugend­psycho­logen und -neuro­logen oft einen bedeu­ten­den Beitrag zu unserer Arbeit leisten und wich­tige Ein­blicke in die Gesamt­per­sön­lich­keit und dem Leistungs­po­ten­zial der Kinder ermög­lichen. Neu­rolo­gische und psycho­logische Ursa­chen einer Lern­stö­rung müssen ebenfalls sicher aus­ge­schlos­sen werden.

Nach mehr als 15 Jahren Arbeit mit rechen­schwa­chen Kindern zeigt sich, dass alle Kinder die unter­schied­lichen Stufen der Zahl­begriffs­ent­wick­lung in ihrem Tempo durch­laufen müssen. Dabei kann keine Stufe über­sprungen werden. Die unter­schied­lichen Inten­si­täten der Schwierig­keiten zeigen sich in der För­der­ar­beit am zeit­lichen Auf­wand, in dem diese Stufen durch­laufen werden.

Die An­gaben in der Litera­tur zur Förder­dauer liegen zwischen 1,5 und bis zu drei Jahren. Unsere Erfah­rungen zeigen, dass viele Kinder zwi­schen einem und zwei Jahren unsere Ein­rich­tung be­suchen, selten länger. Oft ist gegen Ende der Förderung auch ein Wechsel in die lern­thera­peu­tisch be­glei­tete Zweier­gruppe möglich, die näher am aktu­ellen Schul­stoff ar­beitet und so einen fließen­den Über­gang zum eigen­stän­digen Lernen bilden kann.

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